Auswirkungen der Finanzkrise auf Gold
Erscheinungsformen der Finanzkrise
Die Finanzkrise hat viele Anleger verunsichert, weltweit Insolvenzen von Unternehmen herbeigeführt, die Defizite fast aller Staatshaushalte vergrößert und die Börsenkurse der meisten Aktiengesellschaften weltweit bärisch werden lassen. Durch die sehr schwierige Kreditvergabe auf den internationalen Finanzmärkten sind sowohl Geldinstitute als auch Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Finanzminister der Industriestaaten sind gezwungen, der Kreditkrise durch die Vergabe von Krediten an Unternehmen und die Verstaatlichung von Banken entgegenzuwirken. Die durch die Finanzkrise verursachte wirtschaftliche Rezession soll durch groß angelegte Investitionsprogramme gestoppt werden. Um die dafür erforderlichen Gelder in den ohnehin verschuldeten Haushalten freistellen zu können, werfen die Notenbanken ihre Geldpresse an.
Gefahren der Politik des flüssigen Geldes
Selbst wenn es gelingt, die Wirtschaft durch die staatlichen Investitionen über kurz oder lang wieder in Gang zu bringen, wird die Geldschwemme zu einer Geldentwertung führen. Die Inflationsraten werden über Jahre hinweg über der Verzinsung der Sparguthaben liegen. Die Ersparnisse der Verbraucher werden an Wert verlieren. Ein Umschichten der Anlagebeträge in Immobilien ist nur bei sehr großen Vermögen möglich. Vor einem Umschichten der Ersparnisse in Aktien, die sich auf lange Sicht wieder positiv entwickeln werden, schrecken viele Kleinanleger zurück.
Chancen der Anlageform Gold
Der Run auf die Depots der Edelmetallhändler, der zu Beginn der Finanzkrise seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, zeigt, dass viele Anleger Gold als sichere Anlageform einschätzen. In den letzten Monaten ist der Goldpreis wieder um etwa 20% gesunken. Wer mit steigenden Goldpreisen rechnet, dem bietet sich zurzeit eine gute Einstiegsmöglichkeit. Sollten die Zentralbanken eine stärkere Inflation in den nächsten Jahren nicht aufhalten können, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Anleger weitere Anteile ihres Vermögens in physisches Gold anlegen, wodurch der Goldpreis überdurchschnittlich stark steigen könnte. Überdies zeigen die Statistiken, dass der Goldpreis stark mit dem Rohölpreis korreliert. Ein Wiedererstarken der Wirtschaft würde den Ölpreis und damit auch den Wert des Goldes in die Höhe treiben.
Risiken der Anlageform Gold
Die Anleger müssen sich allerdings bewusst sein, dass es schwierig ist, den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf des erworbenen physischen Goldes zu finden. Sinkt die Inflation, sinkt auch gleichzeitig der Goldpreis. Wird das Gold während einer Inflation verkauft, ist der Wert des Gelderlöses in Gefahr. Der Goldpreis hängt auch niemals allein von der Käufernachfrage ab. Die Zentralbanken können mit ihren großen Golddepots den Marktpreis jederzeit entscheidend beeinflussen. Darüber hinaus zeigt die Geschichte, dass die Politik den Handel mit Gold oder gar den Besitz von Gold per Gesetz verbieten lassen kann. Jedem Anleger muss klar sein, dass Goldmünzen oder -barren im Bankschließfach keinerlei Zinserträge einbringen, sondern hohe Kosten verursachen.