Belletristik
Die Belletristik könnte man ungeniert als die Pop-Musik der literarischen Welt bezeichnen.
Sie bezeichnet keine literarische Gattung, wie etwa Prosa, Lyrik und Drama sondern umfaßt vielmehr Literatur verschiedener Textgattungen, meist jedoch Romane und Erzählungen.
Heute verstehen wir darunter populäre Literatur und manch Einer rümpft die Nase über sogenannte " Unterhaltungs-Literatur ".
Die Spiegel Bestseller-Liste vermittelt uns einen guten Eindruck davon, wie vielfältig und grundverschieden Belletristik sich heute präsentiert.
Da reihen sich mordende Schweden an blutrünstige und manchmal romantisch-handzahme Vampire, windelwechselnde Komiker an Theologen, die darum bemüht sind ihren Ruf wiederherzustellen und Ratgeber um den Umgang mit Geld, überflüssigen Pfunden und überdrüssigen Lebenspartnern and die neuesten Werke von Grass oder Lenz.
Kurz: Belletristik it das, was gerade eben gelesen wird.
Entstanden ist der Begriff Belletristik aus dem französischen "belles lettres", einer Art Entgegenstellung zur im 17.Jahrhundert gängigen gelehrten Fachliteratur,der "lettres", die hauptsächlich der Vermittlung von Fachwissen verschiedener Disziplinen diente und eben nicht zur blossen Unterhaltung.
Die Belletristik ist dem eigentlichen, wörtlichen Ursprung nach also auch die "schöne Literatur".
Diese Bezeichnung setzte sich zum 20.Jahrhundert schließlich immer mehr durch und umfaßte zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich literarische Werke der Gattungen Lyrik, Drama und natürlich Prosa.
Ein Synonym für Belletristik ist "fiktionale Literatur", Literatur, die erdacht ist, der Phantasie entspringt und nicht im Gegensatz zur "nicht-fiktionalen Literatur" auf der Vermittlung von Fakten basiert.
Ganz gerecht wird diese Bezeichnung unserem heutigen Verständnis von Belletristik jedoch nicht, wenn man bedenkt, dass Ratgeber aller Art heute einen großen Stellenwert auf dem Markt der populären Literatur haben.
Eigentlich könnte man sagen, dass Belletristik einen Bereich des literarischen Markts bezeichnet, immerhin ist es kein selbstständiges Fach, eher eine Nuance oder ,im musikalischen Vergleich, eine Stimmfarbe des weiten Felds der verschiedenen Literaturen.
Klar ist jedenfalls, dass der Begriff Belletristik heute größtenteils wertfrei ist .
Beim nächsten Besuch beim Buchhändler können Sie also ganz ungeniert ein Blick auf die Bestseller-Liste werfen und vielleicht sogar darüberhinaus.